Es gibt Momente, da fühlt sich alles plötzlich ganz ruhig an.
Nicht, weil nichts los wäre –
sondern weil du spürst: Jetzt kommt es drauf an. Und während dich die Umstände laut anschreien, wirst du ruhiger und ruhiger und alles in dir klarer…
So war es bei mir letzte Woche Montag. Ich stand auf der Hütte, bereit für den Start meines ersten „Workshop-Retreats“. Eigentlich war das die Zeit, die ich mir noch zum Durchatmen eingeräumt hatte.
Alles war vorbereitet. Alles auf Empfang.
Die Sonne zeigte zwar noch ihre Frühlingskraft, doch ich spürte Veränderung: das Wetter würde kippen.
Also bin ich los – runter ins Tal,
um meine kleine Crew persönlich in Empfang zu nehmen.
Denn ich wollte nicht, dass jemand den Weg alleine gehen muss.
Unten wartete ich geduldig. 1,5 Stunden.
Und während ich wartete,
veränderte sich die Welt um mich herum.
Die Sonne verschwand,
der Himmel färbte sich grau, es wurde dunkel, es wurde kalt.
Da wusste ich:
Jetzt beginnt das Abenteuer.
Nicht erst oben auf der Hütte. Nicht mit Flipcharts oder Fragen.
Sondern hier.
Im Gehen. Im Führen. Im Dasein.
Als die Crew eintrudelte, zogen wir auch schon zügig los. Mit Rucksäcken und Stirnlampen, dick eingepackt, frohen Mutes. Immer schön den Berg hinauf, durch Schnee und weiter in Richtung Dunkelheit. Die Lichter des Dorfes verschwanden mit jeder Kurve, die wir liefen. Dann zog dichter Nebel auf und wir stapften Schritt für Schritt, auf den inneren Kompass achtend und Spuren folgend, die wir teils nur noch erahnen konnten.
Ich kannte den Weg.
Und doch –
im Nebel verlor sich jeder Orientierungspunkt.
Die Steigung nahm zu, das Ziel blieb unsichtbar.
Der Aufstieg war anstrengend,
und das Vertrauen in den nächsten Schritt wurde zur einzigen Konstante.
Inmitten all dessen wurde mir klar:
Ich bin die „Skipperin“.
Nicht, weil ich den Weg besser sehe.
Sondern weil ich bereit bin, ihn zu halten.
Für mich. Für uns.
Ab und an pausierten wir, ich sammelte mich, meine Gedanken und die Crew ein, denn wie das in Grüppchen (und seien sie noch so klein) meist ist, laufen mal die einen, mal die anderen zusammen, man redet und schweigt. Wichtig für mich war, in Sichtweite bleiben und Statusmeldungen abzuholen. Zwischendurch wechselten wir mit dem ab, was es zu tragen gab. Teamwork deluxe!
Oben angekommen, ziemlich spät, ziemlich erschöpft, hungrig, aber auch sehr happy, über das gemeinsam erlebte, kochten wir ein klassisches Käsefondue auf, lachten, genossen und wussten: Das war der Anfang des Workshops. Und vielleicht schon eine sehr wichtige Erkenntnis zu Beginn. Echte Verbindung entsteht oft dort, wo man gemeinsam durch Dunkelheit geht.
Alles – nur kein Standardprogramm.
Nicht nur ein Workshop. Und mehr als ein Retreat.
Es war ein Raum, der sich für alles geöffnet hat, was da war:
Fragen, Wünsche, Zweifel, Mut.
Wir haben uns bewegt – innen wie außen.
Haben uns den Elementen hingegeben und der eigenen Tiefe gestellt.
Haben gemeinsam gelacht, reflektiert, geschwiegen, erkannt.
Zwischen Himmel und Schnee, zwischen Berg und Bildschirm,
entstanden Gespräche, die sonst keinen Platz finden.
Momente, die nicht geplant, sondern gespürt werden wollten.
Verbindungen, die sich nicht „nur“ durch Übungen herstellen lassen,
sondern durch echte Begegnung.
Es ging um Verantwortung – im Außen und im Innen.
Um persönliche Werte. Um die eigenen Antreiber.
Und um das, was uns oft unbewusst bremst.
Nicht als psychologische Spielerei,
sondern als Einladung, sich selbst im beruflichen Kontext neu zu entdecken.
Wir haben zugehört – wirklich zugehört.
Haben einander gespiegelt, bestärkt und gesehen.
Nicht mit der Absicht, zu verändern –
sondern mit dem Vertrauen, dass genau darin Veränderung möglich wird.
Die Abende waren warm, genussvoll, gemeinschaftlich.
Das Feuer knisterte innen wie außen.
Das gemeinsame Tun wurde zu einem verbindenden Element –
wie ein leises Band, das sich durch alles zog.
Und irgendwann, mitten im Gehen, im Denken, im Fühlen, im Tun –
wurde klar:
Hier entsteht etwas, das bleibt.
Nicht, weil alles perfekt durchgetaktet war.
Sondern weil es Raum für Echtheit ließ.
Für Begegnung. Für Tiefe. Für das, was wirklich zählt.
Mitten aus dem Leben – und mitten ins Herz.
Und mein ganz persönlicher Moment?
Ich durfte führen – auf meine Weise.
Mit Feingefühl, mit Klarheit, mit Verantwortung.
Ich war aufgeregt.
Hab gezweifelt.
War hellwach des Nachts und erfüllt am Tag.
Und ich hab gespürt:
Das bin ich. Das ist meine Aufgabe.
Nicht zu inszenieren.
Sondern zu ermöglichen.
Räume zu öffnen, in denen sich Menschen zeigen dürfen.
Und als ich das Feedback erhielt –
Worte, die berührten, Blicke, die leuchteten –
wusste ich:
Es ist angekommen.
Nicht nur als Workshop.
Sondern als etwas, das bleibt.
Und dann: Weiter.
Nur einen Tag später.
Neuer Ort. Neue Konstellation.
Meine Frau und ich trafen Freundinnen, lernten neue kennen.
Kein Workshop. Kein Retreat.
Aber dieselbe Tiefe.
Ganz ohne Plan – aber nicht ohne Wirkung.
Was als geselliges Zusammensein begann,
verwandelte sich nach und nach in etwas sehr Echtes.
Wertvolle Gespräche. Offene Blicke.
Reflexion.
Nicht auf Moderationskarten –
sondern auf der Couch, beim Frühstück, zwischen Tür, Kaffee und Tee.
Wir sprachen über das, was im Alltag oft zu leise bleibt:
Werte. Wünsche. Selbstzweifel. Ängste.
Darüber, wie wir wahrgenommen werden – und was wirklich in uns vorgeht.
Darüber, wie oft wir uns stark geben –
und uns innen manchmal ganz klein fühlen.
Ja.
Wir alle wirken.
Aber darunter liegt so viel mehr.
Und vielleicht ist genau das der Schlüssel:
Nicht stark wirken zu müssen.
Sondern echt zu sein.
Ich teile das, weil ich glaube: Persönliche Gespräche sind kein Gegensatz zur Professionalität – sie sind ihr Fundament.
Was bleibt?
Dass Reden heilt.
Dass Räume wichtig sind.
Dass Führung nicht heißt, vorne zu stehen –
sondern bereit zu sein, gemeinsam zu gehen.
Dass es keine perfekten Menschen braucht – sondern offene.
Und dass ich etwas erlebt habe,
das ich weitergeben möchte:
Ein Gefühl von Verbindung, Verantwortung und Vertrauen.
Im Team. Im Freundeskreis. In der Familie. Im eigenen Selbst.
Mit SailWithin entsteht ein Raum, an dem genau das wachsen darf.
Ein Ort für Menschen,
die sich trauen, hinzusehen.
Die sich erlauben, sich selbst zu begegnen.
Und vielleicht sogar über sich hinauszuwachsen.
Die gesellschaftliche Tabus, aber auch Ängste und Zweifel überwinden
und brechen möchten, die sich in Transformation begeben und all die, die bereit sind, zu heilen.
Und weil ich spüre, wie viel in diesen Momenten steckt –
geht es weiter.
Ich werde weitere Workshop/Retreats anbieten. In den Bergen. Auf dem Wasser.
Für Teams, die mehr sein wollen als nur eine Ansammlung von Aufgaben.
Für Menschen, die bereit sind, sich zu zeigen – und mutig genug sind, einander zu begegnen.
⚓
Danke, dass du hier bist.
Wer weiß – vielleicht „segeln“ wir ja mal ein Stück zusammen.
Kurs: Veränderung. Wind: ganz egal. Crew: bereit.
Wenn ich lese, bekomme ich große Lust mal „mit zu segeln“ – freu mich drauf! 😘🙏
Wie schön, das von dir zu lesen. Das freut mich riesig.
Seh uns schon auf dem Vorschiff – Tee in der Hand, Herzgespräche im Wind.
Wär so schön, dich mal mit an Bord zu haben. Wer weiß, vielleicht ja bald? Vielleicht einfach mal los…?